Schule ohne Rassismus


Auszeichnung für Geschwister-Scholl-Realschule plus

Festakt mit vielen Gästen

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – mit diesem Titel sollte die Andernacher Geschwister-Scholl- Realschule plus am vergangenen Dienstag bedacht werden. Zu der feierlichen Verleihung hatte die Schulleiterin Linda Pfannschmidt alle 750 Schülerinnen und Schüler, das Lehrerkollegium, Vertreter des Schulelternbeirats, eine Abordnung des Rotary Clubs Remagen-Sinzig, den Andernacher Bürgermeister, den 1. Beigeordneten des Kreises und eine Vertreterin der Landeszentrale für politische Bildung eingeladen. Bevor sie jedoch ihre Grußworte an die Gäste richtete, schauten diese von den Rängen der Städtischen Turnhalle und von den vorderen Bühnenplätzen gespannt auf 8 Mitglieder der „Cool Trash Drummers “ unter der Leitung von Frau Fabiszisky, die gemeinsam ihre Trommelstöcke in stets wechselnden rhythmischen Folgen auf schlichte, handelsübliche Regentonnen wirbeln ließen und danach vom Publikum einen tosenden Beifall ernteten.
Dieser „Paukenschlag“ war die rechte Eröffnung der Feier, welche von der Schulleiterin vorgenommen wurde. Was bedeutet es nun, als Schule eine Ehrung von der Landeszentrale für politische Bildung zu erhalten? Dies erläuterte Frau Dr. Patzke, die als Vertreterin und Koordinatorin der Einrichtung eigens aus Mainz angereist war.
Das in der EU verbreitete Schülerprojekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ fördert einerseits die Zivilcourage und andererseits die Toleranz eines respektvollen Miteinanders aller an einer Schule beteiligten Personen. Die Auszeichnung wird verliehen für ein besonderes Engagement gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit, gegen Mobbing, Vorurteile und Gewalt. Schüler setzen sich für die Werte der Demokratie ein und wollen auch andere motivieren in diesem Geist mitzumachen.
So tut es auch die Geschwister-Scholl-Realschule plus in Andernach als 56. Schule in Rheinland-Pfalz. Doch das Netz dieser Jugendbewegung wurde schon in ganz Europa geknüpft und findet immer mehr Anhänger.
Der Motor an der Andernacher Schule ist jedoch eine Projektgruppe bestehend aus 32 Schülern, eingeschlossen das SV- und das Streitschlichterteam. Aber das Projekt konnte nicht ohne begleitende Lehrer und Lehrerinnen ins Rollen gebracht werden, wobei Björn Reinhard federführend mit viel Herzblut die Sache angetrieben hat.
Sharlien Weinberg aus der Klasse 10e als Sprecherin der SV ließ noch einmal die Entwicklung des Projekts Revue passieren: zunächst musste die Schulgemeinschaft von dem Motto überzeugt werden. Es wurden Fragebögen erstellt und ausgewertet, ein Projekttag durchgeführt und Unterschriften gesammelt, den Klassen ein selbst gedrehter Film zum Thema Mobbing gezeigt und diskutiert sowie ein Rollenspiel entworfen und aufgeführt.
Schließlich wurde es geschafft, dass 90% aller am Schulleben Beteiligten sich zu den Kriterien der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekannten und weiter bekennen wollen.
Alle Mühe wäre jedoch umsonst gewesen, wenn es nicht vom Rotary Club Remagen-Sinzig die Idee des Mitmachens und den ersten Anstoß gegeben hätte.
Als Pate fördert er das Projekt mit persönlichen Erfahrungen und mit finanziellen Mitteln.
Drei Damen dieses Serviceclubs, der sich insbesondere gesellschaftlicher Belange annimmt, Frau Jonas, Frau Krumholz und Frau Schmidt-Forgber, weilten unter den Gästen. Frau Jonas lobte in ihrer Rede das Engagement der Schüler und bestärkte sie, stolz auf ihre Leistungen sein zu dürfen. Sie überreichte zusammen mit Frau Dr. Patzke Urkunde und Plakette, welche die Schule zwar zieren, aber auch dazu ermuntern sollen, zukünftig sich einmal im Jahr ein Projekt aus einer bunten Mischung von Themenbereichen auszusuchen und umzusetzen. Damit wird die Andernacher Schule dann Zeichen setzen und Vorbild sein. Schließlich traten auch noch die Ehrengäste aus Politik und Verwaltung an das Mikrofon.
Der erste Beigeordnete des Kreises Mayen-Koblenz Mauel sprach sein Lob über die Schule und natürlich die Hauptakteure Schüler aus und wünscht sich, dass die Projektidee weitergetragen wird. Der Andernacher Bürgermeister Peitz dankte den Schülern, den Kollegen, der Schulleitung und allen, die sich sonst mit der Schule verbunden fühlen für ihren Einsatz. Er sieht darin eine besondere Form der Weltoffenheit, wie die Andernacher sie auch an anderen Stellen gerne pflegen. Am Ende dieses Festaktes war es der Schulleiterin noch ein Bedürfnis, ihren Dank an alle auszusprechen, die an der Feierstunde teilgenommen und zum Gelingen beigetragen hatten. Doch in besonderem Maße mussten die Schüler und Schülerinnen gelobt werden, die trotz größter Hitze ausgeharrt, aufmerksam zugehört und somit ein vorbildliches Verhalten gezeigt hatten.
Es lohnt sich, diesen Kindern und Jugendlichen über die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und sie zu mutigen und toleranten Menschen zu erziehen, die nicht wegsehen, sondern bei jeglicher Ungerechtigkeit stark genug sind einzugreifen.

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